Wie aus vielen kleinen Vorschlägen gemeinsame Projekte entstehen.
Nachdem wir über die Kreativität einer Künstlichen Intelligenz gesprochen hatten, wurde mir ein weiterer Punkt immer deutlicher.
Die wirklich interessanten Ergebnisse entstanden nicht dadurch, dass ChatGPT allein eine fertige Lösung lieferte.
Sie entstanden vielmehr im Wechselspiel zwischen meinen Fragen, deinen Vorschlägen, meinen Entscheidungen und der anschließenden Weiterentwicklung.
Gerade bei unseren gemeinsamen Musik- und Websiteprojekten wurde deutlich, dass Kreativität nicht immer aus einer einzigen großen Idee entsteht.
Oft beginnt alles mit einer kleinen Frage.
Aus dieser Frage entsteht ein Vorschlag. Aus dem Vorschlag entsteht eine neue Entscheidung. Und aus dieser Entscheidung ergibt sich der nächste Schritt.
Ein gutes Beispiel dafür war das Projekt „ELVIS – Eine KI-Musikbiografie“.
Am Anfang stand nicht der Plan für ein großes Gesamtwerk. Zunächst ging es um einzelne Lieder.
Doch nach und nach entwickelte sich daraus ein größeres Projekt:
Diese Gesamtstruktur war nicht von Anfang an vorhanden. Sie entstand schrittweise.
Jeder neue Vorschlag führte zu einer Entscheidung. Und jede Entscheidung eröffnete neue Möglichkeiten.
Der entscheidende Ausgangspunkt blieb jedoch immer der Mensch.
Du brachtest das Interesse an Elvis mit. Du hattest die musikalische Vorstellung. Du entschieden, welche Vorschläge übernommen, verändert oder verworfen wurden.
Die KI konnte Möglichkeiten sichtbar machen. Aber die Richtung kam von dir.
Die KI brachte vor allem Struktur, Geschwindigkeit und neue Kombinationen ein.
Sie konnte Vorschläge entwickeln, Zusammenhänge erkennen und Alternativen anbieten.
Sie konnte einen Liedtext erweitern, eine Gestaltungsidee vorschlagen oder eine technische Lösung formulieren.
Aber sie hatte kein eigenes Ziel. Sie wollte dieses Projekt nicht aus eigenem Antrieb verwirklichen.
Gerade dieses Wechselspiel wurde im Laufe unserer Zusammenarbeit immer wichtiger.
Du hast Ideen eingebracht. Ich habe Möglichkeiten entwickelt. Du hast ausgewählt. Ich habe weiter ausgearbeitet.
So entstand ein Arbeitsprozess, der weder rein menschlich noch rein maschinell war.
Er war eine Zusammenarbeit.
Diese Erfahrung zeigt, dass Künstliche Intelligenz den Menschen nicht zwangsläufig ersetzt.
Sie kann ihn unterstützen, wenn der Mensch seine Ziele kennt und die Ergebnisse kritisch beurteilt.
Die KI kann Tempo, Struktur und Variantenreichtum liefern.
Der Mensch bringt Bedeutung, Erfahrung, Geschmack und Verantwortung ein.
Im Rückblick wurde mir klar: Die besten Ergebnisse entstanden nicht dort, wo ich der KI einfach eine Aufgabe überließ.
Sie entstanden dort, wo ich nachfragte, korrigierte, auswählte und weiterdachte.
Kreativität wurde dadurch nicht weniger menschlich. Sie erhielt lediglich ein neues Werkzeug.
Nach diesen Überlegungen lag eine weitere Frage nahe.
Wenn ChatGPT Sprache und Ideen ordnen kann, wie verhält es sich dann mit Musik?